NACHTRAG 2: DAS DAW-MUSIKSOFTWARE-WINDOWS PROBLEM

Seit kurzem gibt es „Pro Tools“ als kostenlose Version. Das klingt erstmal fast zu schön um wahr zu sein, denn Pro Tools wird immer wieder als das Nonplusultra der Musik-Softwares gehandelt. „Pro Tools First“ heisst die kostenlose Version und es gibt sie sowohl für Windows als auch für Mac. Gelingt einem der Einstieg in das Programm, so kann man davon ausgehen, dass sich die Einarbeitung auf lange Sicht lohnt.

Für Schüler und Lehrer, die sich etwas Neues aneignen wollen, gibt es aber auch Nachteile. Das Programm ist für professionelle Studioarbeit konzipiert und Einarbeitung und Einstieg fallen eher schwer. Es wird zudem davon ausgegangen, dass man eine entsprechende Ausstattung wie Midi-Kontroller oder ein Interface besitzt. Das unkomplizierte „einfach mal drauf los basteln mit PC-Tastatur und internem Mikro“ wie es Garageband grandios ermöglicht, fehlt leider. Lehrer, die gut eingearbeitet sind, könnten Frustrationen abfedern, indem sie Schüler gut einarbeiten und Work-Arounds aufzeigen. Ausserdem gibt es viele Tutorials zu Pro Tools und eine grosse User-Community.

Die meisten Funktionen sind vor allem für Anfänger in absolut ausreichendem Masse vorhanden. Grösstes Manko ist allerdings, dass man nur 3 Projekte gleichzeitig speichern kann. Es gibt jedoch für Schüler und Lehrer die Möglichkeit, Jahreslizenzen für ca. 100€ zu erwerben. Ich halte dies für einen cleveren Schachzug der Preispolitik. Eine endgültige Lösung für das DAW-Windows Problem ist es aber in meinen Augen noch nicht, da die erwähnten Nachteile für Schüler noch zu gravierend sind im Vergleich zu Programmen wie Garage Band. Vielleicht hat ja jemand eine Lösung…